"Europa (er-)leben - Die Bahn verbindet"

Europapolitik

Unter diesem Motto fand am 30.11. eine Podiumsdiskussion statt, zu der der Ortsverein der SPD eingeladen hatte. Neben  vom Wegfall der Verbindung Dresden-Breslau unmittelbar Betroffenen, wie u.a. Prof. Dr. Prunitsch, Dekan an der TU Dresden und Anja Schmotz, Mitarbeiterin der TU  Dresden und Sprecherin der deutsch-polnischen Fahrgastinitiative (KolejDEPL) waren mit Thomas Baum, verkehrspolitischer Sprecher SPD Landtagsfraktion und Hans-Jürgen Pfeiffer, Geschäftsführer vom ZVON,  zwei aussagefähige Ansprechpartner da.

Zunächst stellte Herr Pfeiffer ausführlich und anschaulich die Schwierigkeiten und Entwicklungen im speziellen Fall der Verbindung Dresden-Breslau aber auch im gesamten Schienennahverkehr im Bereich des ZVON dar. Besonders schmerzlich war die fortschreitende Ausdünnung und weitere Gefährdung von Nebenstrecken. Aber zumindest scheint der Termin 13.12.2015 für den Durchgangszug sicher. Fast – denn noch immer fehlen  Unterschriften unter dem Vertrag.

Aber Herr Pfeiffer kennt seine polnischen Partner sehr gut und ist optimistisch, dass das spätestens am 12.12. passiert. Schließlich steht der Zug auf polnischer Seite schon im Fahrplan, während sich der ZVON das vor Vertragsabschluss noch nicht getraut hat.

Weiterhin kündigte er auch weitere Verbindungen nach Polen an, die sich auf Grund der neuen Möglichkeit polnischer Züge, in Görlitz einzufahren, ergeben.

Thomas Baum stellte die gesamte Entwicklung aus Sicht des Landtags dar. Er brachte aber auch eine weniger erfreuliche Mitteilung ins Gespräch. So wurde kürzlich in einer Mammutsitzung der Ministerpräsidenten die neue Verteilung der Regionalisierungsmittel verabschiedet. Offensichtlich haben sich die ostdeutschen Ministerpräsidenten dabei etwas übers Ohr hauen lassen, denn die Situation wird sich in den nächsten Jahren merklich verschlechtern. Auf westliche Solidarität ist nicht zu rechnen, zumal Sachsen in den vergangenen Jahren unter Schwarz-Gelb diese Mittel auch noch zum Teil zweckentfremdet verwendet hat.

Die übrigen Diskussionsteilnehmer, insbesondere von der TU, schilderten die Hemmnisse bei der gemeinsamen Arbeit, die seit dem Wegfall der Verbindung aufgetreten sind – bis zur Gefährdung von Projekten. Übrigens ist ja auch der Zug Berlin-Breslau eingestellt worden. Die deutsch-polnische Initiative KolejDEPL hatte in den vergangenen Monaten sehr viel unternommen, um die Verantwortungsträger immer wieder auf den untragbaren Zustand hinzuweisen und eine möglichst große Öffentlichkeitsresonanz zu erreichen.

Einstimmiger Tenor war, dass alle froh sind, wenn der Schlagbaum für durchgängige Personenzüge wieder hoch geht, dass das für ein geeintes Europa völlig absurde Hindernis beseitigt wird. Alle hoffen allerdings auch, dass diese Verbindung dauerhaft bleibt und nicht nur im Jahr, in dem Breslau Kulturhauptstadt ist. Wir können viel dazu beitragen, indem wir öfter einmal diese und die zum Teil neuen Strecken, die kostengünstig mit dem Euro-Neiße-Ticket erkundet werden können, nutzen.

Zum Schluss ein Extra-Bonbon vom ZVON. Es ist ziemlich sicher, dass es ein Null-Ticket geben wird, mit dem man vom Bahnhof Görlitz  in der Zwillingsstadt kostenlos fahren kann, um im Zug das preiswertere polnische Ticket zu kaufen.

Es war mithin eine sehr informative Veranstaltung, die sicher ein paar mehr Gäste verdient hätte.

Frank-Rainer Schöps

 
 

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